Mittwoch, 8. Juli 2015

Griechenland – die unendliche Geschichte



Der griechische Ministerpräsident Tsipras hielt eine beschwörende Rede im Europaparlament in Brüssel. Er versuchte nach all den Rückschlägen und Demütigungen, die er hinnehmen musste, die Regierungen Europas, den IWF und die EZB auf eine gemeinsame, Griechenland unterstützende Linie einzuschwören. Dabei versuchte er allen glaubhaft zu machen, alle Europäer säßen im selben Boot. Nur hat er verschwiegen, dass alle rudern sollen, damit er in Ruhe Wasserski laufen kann.
Bei Herrn Tsipras, der gebetsmühlenartig seit Monaten seine Forderungen wiederholt, ist es wie bei einem kleinen Kind, irgendwann, er muss nur seine Forderung nur oft genug wiederholen, bekommt er sein Eis – hier das europäische Geld.
Die Europäer machen es sich nur unnötig schwer, Forderungen zu stellen, die die griechische Regierung gar nicht erfüllen will – nach dem Referendum auch nicht muss. Es wird sich vermutlich nichts in Griechenland ändern, alles auf Anfang, alles wie bisher.

Mutter Merkel wird sich schon irgendwann erweichen lassen. Nur sollte das Care-Paket 2015 nicht mehr als Kredit bezeichnet werden – Kredite müssen zurückgezahlt werden und sind an Bedingungen geknüpft, das ist der Unterschied zu Spenden. Dann doch eher als Spende, nachdem bereits Teil-Forderungen des ersten Pakets gestrichen wurden und die Gläubiger ihre Forderungen ausgebucht haben, wird der Rest nun auch noch abgeschrieben werden müssen. Woher auch nehmen und nicht stehlen.
Als Spende wäre eigentlich auch überflüssig, wenn die Spendenquittung eingereicht werden würde, müssten die Bürger eh mit Steuern zahlen. 
Vielleicht könnte das Ganze als "Zahlung zum Erhalt eines Urlaubsidylls“ bezeichnet werden, oder 
"Für den Gratis-Ouzo danach".

Die griechische Regierung sollte nur zeitnah, also vor 2020 angeben, wann sie die 3.Tranche benötigt, damit die Europäischen Regierungen, die EZB, der IWF beizeiten die Gelder bereitstellen können, ohne so ein Theater wie in den letzten Monaten zu veranstalten, in denen Herr Varoufakis und Herr Tsipras als Bittsteller auftreten mussten. So geht man nicht mit stolzen Griechen um.

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