Dienstag, 21. Januar 2014

Unternehmen Capricorn in München?

Die Reality-Show des privaten Fernseh-Senders RTL "Ich bin ein Star holt mich hier raus",  gerät zunehmend ins Zwielicht, nachdem kurz vor Weihnachten der australische Camp-Arzt Dr. Bob in München gesehen wurde. Dr. Bob ist aber, wie bekannt wurde, kein richtiger Arzt, sondern im wirklichen Leben Maskenbildner.
Ist alles nur ein Fake? Eine inszenierte Reality-Show, die mit der Wahrheit genauso wenig zu tun hat, wie die Gerichts-Shows oder die anderen Scripted-Shows des Fernsehens. Wurde die Sendung nicht bereits vor Weihnachten in München-Grünwald aufgezeichnet, wo die Bavaria Studios ihren Sitz haben?
Gestern verliess pünktlich und erwartet der Schlager-Star (?) Michael Wendler, wenn man ihn als Star überhaupt bezeichen darf, das "Dschungel-Camp". Er hat Verpflichtungen am 21. Februar, also heute in Bottrop, am 22.2. in Weeze und am 1.3. in Bonn, wie man seiner Internetseite entnehmen kann. Er hätte gar nicht weiter den Tarzan spielen können.
Das Ganze erinnert ein wenig an den Hollywood-Film "Unternehmen Capricorn" von 1978 mit James Brolin und Elliot Gould, Regie Peter Hyams.

Hier ganz kurz zum Vergleich die Handlung:
Ein geplanter Marsflug gerät zum Komplott, als  NASA-Verantwortliche durch dessen absehbares technisches Scheitern die Finanzierung des Weltraumprogramms der USA bedroht sehen. So werden die Astronauten Brubaker (gespielt von James Brolin), Willis und Walker kurz vor dem Start aus dem Raumschiff Capricorn One in einen abgelegenen Militärstützpunkt verschleppt, während die nun unbemannte Rakete startet. 
Ein Großteil der Kommunikation mit dem Raumschiff kann durch Aufzeichnungen vorgetäuscht werden, die während der Trainingssimulationen gemacht wurden. Die Astronauten müssen nur gelegentlich Livematerial beisteuern, das in einem Filmstudio mit Raumkapsel, Landefähre und Marslandschaft aufgenommen wird.

Es wäre jetzt interessant zu erfahren, woher die Fernsehsignale des "Dschungel-Camps" wirklich kommen, aus dem Outback in Australien oder aus den Bavaria Studios in München-Grünwald?
Das ist aber auch das einzig interessante an dieser Sendung. Weder die Bewohner des Dschungel-Camps, D,E,.F, G Promis oder solche, die sich dafür halten, noch die Tatsache, dass sie Insekten, Kangurohoden und anderes abartiges Zeug bei den Prüfungen verzehren müssen, interessieren die Zuschauer wirklich. 
Die Werbeeinnahmen sind nach der 1. Sendung stark zurückgegangen, so stark, dass diese Sendung kaum noch durch Werbeeinblendungen unterbrochen wird. Wer will denn auch schon sehen, wie jemand in Kakerlaken badet oder Spinnen in den Mund nehmen muss, wenn der Auftraggeber für Bier oder Lebensmittel wirbt.
Interssant ist auch die Tatsache, wie manipulierbar Zuschauer eigentlich sind.
Auf jeden Fall ist der Hollywood-Film "Unternehmen Capricorn" spannender.

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