Freitag, 19. Juli 2013

Francesco Schettino, ein traurige Figur in der christlichen Seefahrt.



Francesco Schettino, ehemals stolzer Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes, verantwortlich für Tausende von Passagieren, jetzt eine tragische Figur der italienischen Seefahrt, steht dieser Tage vor Gericht.
Er erinnert etwas an einen „Operettenkapitän“, seine Handlungsweise bei der Havarie eher an einen Feigling. Bemerkt werden muss, dass er sich zum Zeitpunkt der Havarie mit einem weiblichen Passagier vergnügte.

Hieß es früher, „Frauen und Kinder zuerst“, entfernt sich heute zuerst der Kapitän vom Havarieort. Gottseidank sind diese Art Kapitäne in der Minderheit, die meisten wissen, was zu tun ist und was sie ihrer Mannschaft und ihren Passagieren schuldig sind.
Früher haben die Kapitäne, aushaltend bis zum Schluss, auf der Brücke gestanden und nicht wenige sind mit ihren Schiffen untergegangen, der Ehre wegen.
Gut, die Zeiten sind vorüber und das verlangt auch niemand, aber dass ein Kapitän als Erster, vor seiner Besatzung und den Passagieren das sinkende Schiff verlässt, ist neu.

Schettino und seine Anwälte bleiben jedoch steif bei der Behauptung, er, der Kapitän sei in ein Rettungsboot gefallen und dann im allgemeinen Durcheinander evakuiert worden und an Land gegangen.
Ich bin nur ein Segler, mit nationalen und internationalen Segelscheinen, aber bei all meinem vielen Segelkursen haben wir über Seemannschaft gelernt, „der Schiffsführer trägt Verantwortung für Schiff und Mannschaft“, und zwar in dieser Reihenfolge, aber eben in erster Linie für sein Schiff.

Eigenartig ist nur die Tatsache, dass Schettino, während die Evakuierung noch lief schon vom Hafenkapitän, der inzwischen eingetroffen war, aufgefordert wurde, wieder auf sein Schiff zu gehen und die Evakuierung zu leiten.
Die Ausrede des Verteidigers, er sei in ein Rettungsboot gefallen, kann also nicht geltend gemacht werden, da ein Kapitän die höchste Autorität an Bord eines Schiffes ist. Seine Befehle sind so etwas wie Gesetz. So war es immer und so wird es bleiben, auch wenn die traurige Figur des Francesco Schettino sich nicht an die Gesetze der Seemannschaft gehalten hat und sogar jetzt im Prozess nicht bereit ist Verantwortung zu übernehmen.

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