In Amerika, lange Zeit unser
großes Vorbild, was Freiheit, Verfassung und Bürgerrechte angeht, werden Teile
der Bevölkerung durch geänderte Gesetze, in ihren Bürgerrechten, den
Wahlrechten erneut beschnitten.
Diese neuerliche Diskriminierung
ging von Alabama, einem der seit jeher problematischen Südstaaten, aus.
Zur Geschichte: Nach den blutigen
Unruhen von 1963/65 in Alabama unterschrieb der damalige Präsident Lyndon B. Johnson 1965, ein für
die damalige Zeit historisches Wahlgesetz, mit genau definierten Schutzklauseln
gegen die Diskriminierung farbiger Wähler.
Es war bis heute eines der
wichtigsten Gesetze im Kampf der Gleichstellung schwarzer Wähler.
Fast ein halbes
Jahrhundert später, ist dieser Voting Rights Act plötzlich in seinen Rechten
bedroht und wieder steht Alabama im Mittelpunkt des Geschehens.
Am Dienstag nun hob der
Oberste US-Gerichtshof Teile dieses Gesetzes auf und zwar aufgrund einer Klage
Alabamas.
Der Klagegrund: Diskriminierung
und Rassismus gäbe es nicht mehr und so bräuchten die schwarzen Wähler also
auch keinen Rechtsschutz mehr. Aktuelle Ereignisse zeigen aber eher das
Gegenteil auf, trotz eines farbigen Präsidenten.
Man kann diesen Beschluss damit
vergleichen, die Polizei abzuschaffen, nur weil es augenblicklich weniger Straftaten gibt.
Weiße Kommunalpolitiker
erreichten dieses, indem sie die Wahlkreise so manipulierten, sodass schwarze
Wähler keine Chance hatten, sich durchzusetzen. Man nennt das redistricting, eine
Methode, politische Gegner kaltzustellen.
Mit knapper Mehrheit (
5:4) stimmte am Dienstag der Supreme Court gegen eine staatliche
Aufsichtsfunktion und erklärte diese für verfassungswidrig, da sie nicht mehr
zeitgemäß wäre. Die konservativen Richter im Senat konnten sich durchsetzen.
Betroffen davon sind die Staaten: Arizona, Alaska, Texas, Louisiana,
Mississippi, Alabama, Georgia, South Carolina, Virginia, Teile von Florida,
North Carolina, South Dakota, California, New York und Michigan.
Das Urteil stellt einen schweren
Rückschritt für die US Bürgerrechte dar und ist zugleich ein Sieg für
konservative Politiker. Die letzten Präsidentschaftswahlen haben gezeigt, mit
welchen neuen Tricks das Wahlrecht von Minderheiten ausgehebelt werden kann,
wie etwa durch vorzeitige Schließung von ländlichen Wahllokalen, oder durch Ausweiszwang
bestimmter Bevölkerungsgruppen und dieses Verhalten darf nun ungestraft
weitergehen.
Der amerikanische Präsident
Barak Obama, der Vizepräsident Joe Biden und Eric Holder, der erste
afro-amerikanische US-Justizminister äußerten sich entsetzt über dieses Urteil
des Supreme Courts.
Wie sagte der schwarze
Bürgerrechtler Martin Luther King: „I had a dream“!
Wie es aussieht wird es
wohl nur bei diesem Traum bleiben.
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