Freitag, 10. Mai 2013

Heute vor 80 Jahren brannten in Deutschland Bücher




Erinnern wir uns! Heute genau vor 80 Jahren verbrannten die nationalsozialistischen Machthaber und deren willige Helfer in Deutschland Bücher bekannter und beliebter Autoren.

Der Weg bis zu diesem Ereignis war kurz. Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler,  am 27. Februar 1933 brannte der Reichstag, eine Gelegenheit sich die Macht ganz anzueignen, zumal die NSDAP die stärkste Partei war. In aller Eile verabschiedeten die Nationalsozialisten die Ermächtigungsgesetzte, die am 24. März 1933 in Kraft traten und sie mit allen Machtbefugnissen ausstatteten.

Die Nationalsozialistische Deutsche Studentenschaft organisierte in der Folgezeit eine groß angelegte literarische Säuberungsaktion. Sie hieß „Aktion wider den undeutschen Geist“ Am 10. Mai 1933 loderten in vielen deutschen Städten die Scheiterhaufen auf denen Bücher verbrannt wurden. Es erinnerte ein wenig an die dunkle Zeit der Inquisition. In inszenierten Feierstunden am Abend und mit pathetischen Ankündigungen wurden die Bücher beispielsweise in Berlin Unter den Linden, vor der Universität, dem Scheiterhaufen übergeben

Im Vorfeld wurden sogenannte „Schwarze Listen“ erstellt, in denen verbrennungswürdige Literatur aus Haushalten, Universitätsbibliotheken, Leihbüchereien und Buchhandlungen indiziert wurde,.
Die schwarze Liste wurde fortlaufend aktualisiert und erweitert und umfasste mehr als 3.000 Titel. Ende 1935 umfasste diese Liste letztendlich 12.400 Titel und das Gesamtwerk von 149 Autoren.
Darunter zu finden waren die Werke folgender Autoren: Karl Marx, Friedrich Engels, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Egon Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz, Heinrich Mann, Thomas Mann, Klaus Mann, Erich Kästner, Sigmund Freud, Kurt Tucholsky, Erich Maria Remarque, Alfred Kerr, Carl von Ossietzky, Berthold Brecht, Alfred Doeblin, Arthur Schnitzler, Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Maxim Gorki, Josef Stalin, Wladimir Lenin, Leo Trotzki, Jack London, Bertha von Suttner, Franz Werfel, Arnold Zweig, Stefan Zweig, Theodor Heuss, Walther Rathenau, Otto Suhr, Ferdinand Lasalle und vielen anderen.

Erich Kästner, der an der Bücherverbrennung als Zuschauer teilnahm, sagte später, es sei der traurigste Augenblick seinesLebens gewesen.
                                 
Ein Kapitel deutscher Geschichte, dass wir nicht vergessen sollten.

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