Erinnern wir uns! Heute
genau vor 80 Jahren verbrannten die nationalsozialistischen Machthaber und deren
willige Helfer in Deutschland Bücher bekannter und beliebter Autoren.
Der Weg bis zu diesem
Ereignis war kurz. Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, am 27. Februar 1933 brannte der Reichstag,
eine Gelegenheit sich die Macht ganz anzueignen, zumal die NSDAP die stärkste
Partei war. In aller Eile verabschiedeten die Nationalsozialisten die
Ermächtigungsgesetzte, die am 24. März 1933 in Kraft traten und sie mit allen
Machtbefugnissen ausstatteten.
Die Nationalsozialistische
Deutsche Studentenschaft organisierte in der Folgezeit eine groß angelegte
literarische Säuberungsaktion. Sie hieß „Aktion wider den undeutschen Geist“ Am
10. Mai 1933 loderten in vielen deutschen Städten die Scheiterhaufen auf denen
Bücher verbrannt wurden. Es erinnerte ein wenig an die dunkle Zeit der Inquisition.
In inszenierten Feierstunden am Abend und mit pathetischen Ankündigungen
wurden die Bücher beispielsweise in Berlin Unter den Linden, vor der Universität, dem
Scheiterhaufen übergeben
Im Vorfeld wurden
sogenannte „Schwarze Listen“ erstellt, in denen verbrennungswürdige Literatur
aus Haushalten, Universitätsbibliotheken, Leihbüchereien und Buchhandlungen indiziert
wurde,.
Die schwarze Liste wurde
fortlaufend aktualisiert und erweitert und umfasste mehr als 3.000 Titel. Ende
1935 umfasste diese Liste letztendlich 12.400 Titel und das Gesamtwerk von 149
Autoren.
Darunter zu finden waren die Werke folgender
Autoren: Karl Marx, Friedrich Engels, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Egon
Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz, Heinrich Mann, Thomas Mann, Klaus Mann, Erich
Kästner, Sigmund Freud, Kurt Tucholsky, Erich Maria Remarque, Alfred Kerr, Carl
von Ossietzky, Berthold Brecht, Alfred Doeblin, Arthur Schnitzler, Anna
Seghers, Lion Feuchtwanger, Maxim Gorki, Josef Stalin, Wladimir Lenin, Leo Trotzki, Jack London, Bertha von Suttner, Franz
Werfel, Arnold Zweig, Stefan Zweig, Theodor Heuss, Walther
Rathenau, Otto Suhr, Ferdinand Lasalle und vielen anderen.
Erich Kästner, der an der Bücherverbrennung als Zuschauer teilnahm, sagte später, es sei der traurigste Augenblick seinesLebens gewesen.
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