Mittwoch, 8. Mai 2013

Beate Zschäpe, die Grand Dame des Nationalsozialistischen Untergrunds?




Der lang erwartete Prozessbeginn in München hat zu Beginn gleich mit prozessualer Taktik der Verteidigung begonnen. Rechtlich nach der Prozessordnung offensichtlich korrekt, aber moralisch verwerflich. Ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Opfer, zumal sie sehnlich auf diesen Prozess gewartet haben. Endlich der überlebenden Mitschuldigen gegenüberzustehen. Aber deren Schuld ist noch nicht bewiesen. Abgerechnet wird zum Schluß, nachdem alle, Anklägevertreter und Verteidiger ihre Plädoyers gehalten haben und der Richter seinen Urteilsspruch verkündet hat.
Nach der ersten Verzögerung wegen des Auswahlverfahrens der Beobachter nun eine erneute Verzögerung.


Warum hat man den Prozess überhaupt nach München verlegt, zumal das erste Opfer, der türkisch-deutsche Blumenhändler Enver Simsek  in Nürnberg erschossen wurde und Nürnberg, wenn wir uns erinnern, hat Erfahrung mit einem derartigen Prozess, auch wenn er schon etwas zurückliegt. Muss so um 1946 gewesen sein, als einige Nazis auf der Anklagebank saßen. Bei Weitem nicht alle. Viele wurden mit „Persilscheinen“ vom Deutschen Roten Kreuz, dem Vatikan, den Amerikanern und anderen Verbänden ausgestattet und gingen nach Übersee, viele kamen zurück und haben weiter gearbeitet, für die Justiz, dem neugegründeten BND in Pullach, dem neugegründeten Bundeskriminalamt in Wiesbaden und anderen Behörden. 
Einer von ihnen wurde sogar Kanzler – Kiesinger! Aber auch Ministerpräsidenten waren unter ihnen, wie der ehemalige Marinerichter Filbinger.

Doch zurück zu dem Prozess, der noch gar nicht stattfand. Beate Zschäpe trat gelöst in einem dunkelblauen Kostüm auf, scherzte mit ihren Anwälten und tat, als sei nichts geschehen. Nicht die Spur eines schlechten Gewissens. Vielleicht auch nur taktisches Geplänkel, um von ihrer Schuld abzulenken und die Schuld ihren beiden toten Komplizen zuzuweisen.
Sie war noch nie, jedenfalls, wenn man die veröffentlichten Bilder anschaut, so ordentlich angezogen und hatte sogar die „Haare schön“.
Zu keiner Zeit war ihr anzumerken, dass sie dieser Prozess überhaupt belasten würde.
Wir können gespannt sein, wie es weitergeht.

2 Kommentare:

  1. Ist dieser Prozess nicht von Anbeginn an eine Farce? Die Rolle der Verfassungs»schutzes« und seiner Mannen wird unaufgedeckt bleiben oder erst nach Jahrzehnten aufs Tableau kommen. Ich erinnere an den Schmücker-Mord, wo erst nach 15 Verhandlungsjahren die Wahrheit ans Licht kam: Die Mordwaffe stammte vom Verfassungsschutz und wurde in dessen Tresoren gehütet …

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  2. Ich gebe dir da vollkommen recht. Aus diesem Prozess wird nichts, genauso wenig, wie der gegen Filbinger damals.
    Die Platzverteilung war der erste Flop. Beim Breivig Prozess waren 800 (!) Journalisten und Prozessbeobachter anwesend. In München gibt's nur Platz für 50.
    Aber die Wurzeln liegen viel weiter zurück und unsere ehemaligen Besatzungsmächte tragen einen erheblichen Anteil der Schuld daran. Bis etwa 59 waren die meisten Bundeskrminalbeamte alte Nazis und dieses Gespinst lebt wieder auf, diese verquirlte alte Theorie. Schon früh wurde begonnen diese Fäden zu ziehen. Eduard Dreher ein Jurist und Altnazi hat es geschafft, das Mord und Beihilfe zu Mord nach 16 Jahren verjährt war. Der hat den §50 einfach nouvelliert und die Politik war blind, genauso wie heute.
    Ach, ich fange mich schon wieder an zu ärgern. Ich wünsche dir einen schönen "Vatertag"!
    Peter

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