In wenigen Tagen wird der
lang erwartete Prozess um die NSU Verbrechen (Nationalsozialistischer
Untergrund) in München beginnen. Es wird der zweitgrößte Prozess in der Geschichte der
Bundesrepublik sein und kommt gleich nach dem der RAF in Stuttgart vor
Jahrzehnten.
Aber die Justiz in München
ist schlecht gerüstet. Der Gerichtssaal ist zu klein, viel zu klein! Ich
berichtete ja bereits darüber.
Er hätte allemal ausgereicht
für eine Folge der Serie „Das Königlich Bayerische
Amtsgericht“ im
fiktiven Ort Geisbach, aber für München, der Hauptstadt des Freistaates Bayern,
stellvertretend für die Bundesrepublik Deutschland? Ein Armutszeugnis!
Eine
heftige Debatte über die Zulassung der Journalisten ist entbrannt, weil nicht genügend
Plätze zur Verfügung stehen und ein sehr reges internationales Interesse an dem
Prozess besteht.
Kein türkischer
Journalist und überhaupt kein ausländischer Journalist haben einen der
begehrten 50 Plätze erhalten. Ist das Absicht?
Man kann
schon eine Absicht dahinter vermuten, nach den zahlreichen Ermittlungspannen
der Behörden. Da hat sich das Bundeskriminalamt
nicht mit anderen Dienststellen ausgetauscht, Beweise wurden nicht beachtet,
falsche Spuren wurden gelegt, die Angehörigen ungerechterweise verdächtigt, usw. usw. Vielleicht
will man jetzt hinter verschlossenen Türen diese Peinlichkeiten abtun. Das jedenfalls
würde aber dem Ansehen der Justiz in der Bundesrepublik Deutschland enormen
Schaden einbringen.
Warum
können andere das, was wir nicht vermögen?
Nehmen wir
zum Beispiel Norwegen und den Prozess um den Attentäter Breivik in Oslo. Zeitweilig
haben 800 (!) in Worten: „Achthundert“ Journalisten gleichzeitig am
Prozessgeschehen teilnehmen können, obwohl der Gerichtssaal auch nicht größer
war, als der in München.
Sind wir zu
einer Bananenrepublik verkommen, in dem wir nicht einmal interessierte
Journalisten am Prozessgeschehen teilnehmen lassen ?
Dabei haben wir doch
alles, was das Herz begehrt, kabellose Datenübertragung, Monitore, die
Hauswandgröße erreichen und nicht zu vergessen das Internet.
Ein paar
andere Räume oder Säle und Stühle müssten sich doch dann auch noch irgendwo in
München finden lassen, oder nicht?
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