NSU-Prozess in München. Ist
die Münchner Justiz eigentlich noch unabhängig?
Der Prozessbeginn zu dem
NSU-Prozess, mit Ungeduld erwartet, rückt in greifbare Nähe. Die Stimmung ist
noch immer geladen, da es das Gericht bisher immer noch nicht vermochte, allen interessierten Berichterstattern einen Platz zu verschaffen. Einige der benachteiligten Journalisten
versuchen sich einen Platz im Gerichtssaal einzuklagen. Ein fragwürdiges Unterfangen. Doch jetzt mischt sich offensichtlich
die Politik ein.
Türkische Behörden, oder
besser der türkische Botschafter hat es offensichtlich geschafft, was türkischen
und anderen ausländischen Journalisten
bisher verwehrt wurde – einen Sitzplatz im Gerichtssaal zu ergattern.
Allerdings erhebt sich
dadurch die Frage, mischt sich jetzt die Politik in ein schwebendes Verfahren
ein, in dem die deutsche Justiz eigentlich unabhängig agieren sollte. Ist das
noch als Gleichbehandlung zu bezeichnen? Wie ist so etwas möglich? Knickt das
Gericht doch noch ein? Warum gerade der türkische Botschafter? Warum nicht die Journalisten
des Hürriyet, die zeitlich früher angefragt hatten?
Ich bin nach wie vor der
Meinung, dass allen Interessierten die Möglichkeit geboten werde sollte, unvoreingenommen
und objektiv über diesen Prozess berichten können, so wie es in Oslo beim
Breivik-Prozess geschehen ist , bei dem etwas 800 Journalisten darüber berichten
konnten.
Eine restriktive Zuteilung
von Sitzplätzen für Prozessbeobachter ist nicht akzeptabel und schadet dem
Ansehen der Justizbehörden und dem der Bundesrepublik Deutschland.
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