Wieder einmal ist auf eine
friedliche Sportveranstaltung ein feiger Terroranschlag verübt worden.
Diesmal hat es Boston,
während des Marathons getroffen. Zwei Bomben wurden kurz vor dem Ziel abgelegt
und etwas 4 Stunden nach dem Start gezündet. Man wollte nicht die Spitzenläufer
treffen, die Zeiten etwas über 2 Stunden laufen und die bei den Explosionen
schon lange im Ziel waren.
Nein, man wollte die Menge
treffen, die große Anzahl der Hobbyläufer, die Mütter und Väter, deren
Leidenschaft das Laufen ist und deren Leistung genauso bewunderungswürdig ist,
wie die der Spitzenläufer. Schließlich hatten sie sich ja schon über 41
Kilometer Distanz gequält. Läufer, deren Angehörige, Frauen und Kinder zusahen
und die stolz darauf waren, dass ihre Läufer diese enorme Strecke geschafft
hatten, Läufer, die ein Ende der Strapazen vor Augen und das Ziel schon in Reichweite hatten.
Warum gerade Boston? Weil von Boston die Unabhängigkeit ausging,
als die Kolonisten den Tee aus dem englischen Mutterland einfach in den Hafen
gekippt haben? Wohl kaum! Die Recherchen werden das klären.
Das Attentat hat bei mir
Erinnerungen ausgelöst, die lange vergessen waren. 1971 habe ich auf dem
Olympia Gelände in München ein Praktikum gemacht, während meines Studiums. 1972
hatte meine Gruppe VIP-Karten erhalten für die olympischen Sommerspiele 1972.
Wir wollten uns dort mit einigen Leuten von den Baufirmen treffen, die am
Olympiastadion mitgebaut haben. Ich war mit meinem Käfer auf der A9 unterwegs,
kurz vor Nürnberg, als ich in den Nachrichten von dem Attentat der Fatah Terrororganisation „Schwarzer September
(die Fatah, eine terroristische Vereinigung wurde 1959 von Arafat gegründet) auf die
israelischen Sportler gehört hatte.
Ich verließ kurzerhand die A9 und
fuhr nach Verdun in Frankreich. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich an
olympischen Spielen unter solch dramatischen und furchtbaren Ereignissen nicht
teilnehmen wollte. Ich habe diese Erinnerungen später in einem Roman, „Erinnerung
an Douaumont“, im Vorwort verarbeitet.
Die furchtbaren
Geschehnisse um den Boston-Marathon haben diese Erinnerungen aus der Versenkung
wieder hervorgerufen. Dieses feige
Attentat hat uns wieder gezeigt, dass wir nirgendwo sicher sind, aber gerade deswegen sollten
und dürfen wir uns nicht verstecken. Ich hoffe die amerikanischen Behörden
finden die Schuldigen und ziehen sie zur Rechenschaft.
Meine Anteilnahme gilt
allen Betroffenen und deren Angehörigen.
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