Dienstag, 26. März 2013

Sinn und Unsinn von Stallorders




Der Begriff "Stallorder" hat nichts mit Kaninchen zu tun, etwa welcher Rammler zur Häsin darf, nur so viel vorweg. Auch nicht mit Pferden, obwohl man so etwas denken könnte. „Wenn Pusteblume die 2 Meilen gelaufen ist, bekommt sie eine Sonderration Karotten.“
Am Sonntag, beim ersten Formel 1 Rennen der Saison wurde von "Stallorders" ausgiebig Gebrauch gemacht. Rosberg durfte Hamilton nicht überholen, Vettel sollte Webber nicht überholen, tats letztendlich doch, aber nur weil er schneller war und alle haben dafür auf ihn eingeprügelt, Team und Presse.

Was bedeutet eigentlich eine "Stallorder"? Das ist die Weisung des Teams, den langsam vorweg fahrenden Fahrer nicht zu überholen. Eine "Stallorder" ist eine Einschränkung für schnell fahrende Rennfahrer.
Bei Hamilton lag es offensichtlich an nicht ökonomisch eingeteilte Spritreserven. Er wäre ja gern schneller gefahren, konnte aber nicht, sonst wär er unter Umständen auf der Strecke liegen geblieben und so durfte Rosberg ihn nicht überholen.
Bei Vettel war es anders, der hatte mehr Speed als sein Teamkollege. Warum also, sollte er diesen nicht ausnutzen. Hat er ja dann auch gemacht und ich sehe nichts Verwerfliches daran.

Warum werden überhaupt "Stallorders" ausgegeben, warum bereits zum Anfang der Saison? Um einen Teamkollegen zum Sieg zu puschen, der bisher noch keinen Titel gewonnen hat? Möglich!
Gegen Ende einer Saison wäre das verständlich, um dem Teamkollegen mit den meisten Punkten die Chance auf den Titel zu ermöglichen, aber am Anfang? Um Material zu schonen?

Dabei wäre ja viel einfacher, wenn man beispielsweise den 2. Fahrer aus dem Team 3 Runden vor Schluss zum Duschen schickt. „Nico Feierabend, du kannst an die Box kommen und zum Duschen gehen! Räum aber bitte hinterher dein Shampoo weg und mach die Dusche sauber.“

Was bewirkt  eigentlich eine "Stallorder"? Sie schläfert den Zuschauer ein und öffnet Wettbetrügern Tür und Tor. Die Rennen werden nicht mehr vom schnellsten Fahrer bestimmt, sondern von der Box aus geleitet. Der Rennausgang wird manipulierbar. Es geht nicht mehr darum schneller zu sein, als andere, was bei Rennfahrern eigentlich der Fall sein sollte, sondern nur auf den „kleinen Mann im Ohr“ zu hören. „Sebastian, fahr rechts ran und schalte den Motor aus, du hast fertig, du bist heute genug gefahren.“
Wir können aus auf neue Regularien freuen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen