Montag, 4. Februar 2013

In Memoriam Rosa Parks




Wer war diese Rosa Parks, die heute auf den Tag genau 100 Jahre alt geworden wäre? Eine Heldin wollte sie allerdings nie sein und doch gab sie Impulse für die Bürgerrechtsbewegung der USA, ein tapfere Frau.

Rosa Parks wuchs in Montgomery, Alabama auf, inmitten des Rassismus der Südstaaten, wo der Ku-Klux-Klan noch herrschte. Sie besuchte die Montgomery Industrial School for Girls und die Booker T. Washington High School, beides Schulen ausschließlich für Afroamerikaner. Sie ging in eine Kirche, die nur Afroamerikanern vorbehalten war. Sogar vor Gott waren nicht alle Amerikaner gleich, wie die Verfassung es vorsah. Alles wofür Abraham Lincoln und die Union gekämpft hatten, war zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht umgesetzt. Zwar durften Farbige oder Afroamerikaner ihr Leben für das Vaterland opfern, wie es im 2.Weltkrieg oft genug geschehen war, aber sie durften nicht in die Schulen und die Kirchen der Weißen. In öffentlichen Bussen gab es Sitzordnungen, wie sie in Südafrika, während der Apartheid noch lange Bestand hatten.

Am 1. Dezember 1955 kam es zu einem Ereignis, dass Rosa Parks berühmt machen sollte, weit über die Grenzen der USA hinaus.
Rosa Parks saß in der fünften Reihe des Busses. Die ersten vier Reihen waren ausschließlich für Weiße reserviert. An einer Haltestelle stiegen mehr weiße Mitfahrer ein, als Plätze in diesen vier vorderen Reihen  frei waren. Der Busfahrer forderte daraufhin die Passagiere auf, die Reihe Fünf für die weißen Mitreisenden frei zu machen. Alle folgten der Aufforderung – bis auf Rosa Parks. Sie blieb sitzen und wurde so zu einer Symbolfigur der Bürgerrechtsbewegung. Der Busfahrer James Blake rief daraufhin die Polizei und bestand auf ihrer Verhaftung. So wurde Rosa Parks wegen Störung der öffentlichen Ruhe verhaftet, angeklagt und zu einer Strafe von 10 Dollar, sowie 4 Dollar Gerichtskosten verurteilt. Sie verlor ihren Arbeitsplatz als Schneiderin und verließ die Südstaaten. Sie zog nach Detroit, wo sie bis zu ihrem Tod 2005 lebte.

Zehn Jahre später, im Jahr 1965 bot ihr der Kongressabgeordnete und Bürgerrechtler John Conyers eine Stelle in seinem Büro an. Sie bliebt dort bis zu ihrer Rente 1988 und setzte sich weiter für die Bürgerrechte der Amerikaner ein. Im Alter war sie trotz ihrer Berühmtheit auf finanzielle Unterstützung durch ihre Kirchengemeinde angewiesen.


Rosa Louise Parks starb am 24.Oktober 2005. Sie wurde als erste Amerikanerin im Capitol aufgebahrt. Tausende von Menschen erwiesen ihr die letzte Ehre. Die amerikanische Post ehrte sie mit einer Briefmarke . Der Bus steht mittlerweile in einem Museum. Es lädt Besucher ein, in dem Bus Platz zu nehmen und die Geschichte der Rosa Parks nachzuempfinden.

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