Montag, 3. Dezember 2012

Mauer sucht Bau Teil 2

Die unendliche Geschichte zu unserem neuen Hauptstadtflughafen. Wie Statiker jetzt festgestellt haben, warum nicht früher, ist mir eigentlich unklar, beginnen die Gebäude langsam im märkischen Sand zu versinken.

Bei Baubeginn hatte man offensichtlich nicht darauf geachtet oder, es würde mich nicht wundern, kein Bodengutachten erstellt und im wahrsten Sinne des Wortes "auf Sand gebaut". Sollte sich dieses bewahrheiten, könnten noch erheblich höhere Kosten auf uns Steuerzahler zukommen, als bisher angegeben, da dann der Boden mit Betoninjektionen verfestigt werden müsste.
Dabei hätte man auf die Geschicht hören müssen, als Friedrich der Große die Mark Brandenburg als "Streusandbüchse" bezeichnet hatte - aber was hilfts. Im Zweifelsfall, falls die Maßtoleranzen nicht mehr ausreichen sollten, kann man notfalls das Baurecht beugen und dessen Bestimmungen ändern.

Ich erinnere da an das Berliner Bauwerk "die Schlange" an der Schlangenbader Straße, eine Autobahnüberbauung, noch dazu ein Vorzeigeobjekt des Bundeswohnungsbau Ministeriums, das auch im Sand zu versinken drohte und eigentlich gar nicht hätte abgenommen werden dürfen. Erst nach vielen Belastungstests, bei denen die Amerikaner mit Panzern im Tunnel Gewicht erzeugten und aufwendigen Betoninjektionen, hörte das Absinken auf.

Jeder normale Bauherr hätte seine Hütte abreißen dürfen, da die Toleranzen ausserhalb der gesetzlichen Bestimmungen lagen und das nur, weil niemand Einheimische gefragt hatte und man auf einem verlandeten Fenn, einem ehemaligen See aus der Eiszeit gebaut hatte, der in alten Karten verzeichnet war.

Doch zurück zu unserem Flughafen. Ich sage immer "unserem Flughafen", aber die Mehrzahl der Berliner ist eigentlich gar nicht mehr so begeistert von dem Objekt. Das liegt vielleicht auch an der langen Bauzeit und dem Ort, an dem geplant wurde, unmittelbar an der Stadtgrenze zwischen Berlin und Brandenburg. Wartens wirs ab. In ein paar Jahrzehnten wird dieser Flughafen auch ein innerstädtischer Airport sein, genauso wie Tempelhof, den man aber gerade aus diesem Grund geschlossen hat.
Ich bin auf die nächsten Schreckensnachrichten gespannt.

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