Es gibt in der Vorweihnachtszeit in Berlin eine Fülle von Weihnachtsmärkten. Für jeden ist etwas dabei. Es gibt die großen Märkte mit Rummel. Karussels, wo man mit 4 G, dem 4-fachen des Körpergewichtes bei der Beschleunigung, gegen aufkommende Übelkeit ankämpfen muss, um die Bratwurst bei sich zu behalten und der Glühwein schon bis zum Zäpfchen steigt.
Daneben gibt es Weihnachtsmärkte, bei denen Champagner anstatt Glühwein ausgeschenkt wird und die Besucher mit der goldenen Rolex am Handgelenk klappern. Aber es gibt auch Weihnachtsmärkte, die beschaulich und gemütlich sind, ohne große Sensationen, eben wie dieser kleine Rixdorfer Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz.
Rixdorf ist eine alte Bezeichnung von Neukölln, das schon in früheren Jahrhunderten von sich Reden gemacht hat, denken wir an das Lied: "In Rixdorf is Musike". Aber wenn wir schon in der Geschichte kramen, Rixdorf war eine Ansiedlung von böhmischen Handwerkern und Händlern, die Friedrich der Große ins Land gerufen hatte und die sich an diesem Flecken vor den Toren Berlins ansiedelten. Es gibt um den Richardplatz noch genügend Zeugnisse davon, den "böhmischen Gottesacker", einen alten Friedhof, die Böhmische Straße und eine alte böhmische Kirche am Ende des Platzes.
Doch zurück zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Der zentrale Punk ist die alte Schmiede in der Mitte des Platzes, um die sich der Weihnachtsmarkt in einem weiten Oval zieht, mit Marktständen, wie sie auf den Wochenmärkten üblich sind. Die Schmiede ist beliebter Anlaufpunkt von Kindern, da dort ein Schmied zeigt, wie früher Eisen geschmiedet wurde. Es gibt viele unterschiedliche Stände, mit handgemachtem Spielzeug aus Holz, selbst gestrickten Socken, Mützen und Schals. Daneben gibt es die unterschiedlichsten Imbisstände, sogar das Rote Kreuz schenkt die beliebte Erbsensuppe mit Würstchen aus. Neben den Marktständen sozialer, kirchlicher Einrichtungen und anderer Institutuonen finden sich auch Stände von Schülern, die für die Klassenreise Geld sammeln und für Projekte und dabei selbstgemachtes Waren anbieten.
Über den Markt wogt eine Duftwolke von heißen Maronen, Glühwein, Rostbratwürstchen, koranischem Kimchi, Crepes und Waffeln.Von einer nahen Bühne tönt ein Bläserchor mit Chorälen und weihnachtlicher Musik.
Das Besondere, das diesen Weihnachtsmarkt ausmacht ist, dass es nicht Besonderes gibt. wenn man mal von der besonderen Atmosphäre absieht. Er ist so, wie früher die Weihnachtsmärkte unserer Eltern und Großeltnern waren, das ist vielleicht der besondere Kick.
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