Aus Griechenland, dem Land der Erfinder der Demokratie
kommen wieder erschreckende Nachrichten. Es war ja seit der Zahlung der EU auch
eine paar Wochen still um dieses Ländchen.
Vielleicht sollte man Griechenland das Land der Erfinder der
Korruption nennen, aber das wäre zu viel der Ehre. Über diesen Titel streiten
sich aber mehrere Länder, allen voran Russland und China. Aber was soll man von
kommunistischen Systemen erwarten, die mehr Millionäre und Milliardäre haben, als
alle Staaten Europas zusammen. Der Kommunismus siegt? Vielleicht! Zumindest
sind dort die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen arm und reich größer.
Doch zurück zu Griechenland. Wie bekannt wurde, hat es ein
ehemaliger Minister der Pasok Partei geschafft, enge Familienangehörige von der
Liste der Steuerhinterzieher zu streichen, oder streichen zu lassen.
Giorgios Papaconstantinou (51) war bis 2011 knapp zwei Jahre
Finanzminister und maßgeblich am ersten Sparpaket der Regierung beteiligt. Vermutlich
hat er im Amt gelernt, wie man es richtig macht. Jetzt steht er im Mittelpunkt
eines Skandals. Wie am Freitag aus Justizkreisen bekannt wurde, handelt es sich
dabei um die sogenannte „französische Liste“, mit Namen von Griechen, die Bankkonten in der
Schweiz besitzen sollen und dieses Geld nicht angegeben haben.
Um es kurz zu machen, Papaconstantinou hat einfach zwei
Cousinen und einen ihrer Ehemänner, die über hohe Auslandsguthaben verfügen,
von der Liste gestrichen oder streichen lassen. So einfach geht das in
Griechenland.
Das ist vielleicht der Vorteil, wenn man viertausend Jahre
Demokratieerfahrung hat.
Vielleicht haben die Griechen auch die Statistik erfunden –
wundern würde es mich jedenfalls nicht. Es gibt bekanntlich Notlügen,
Schwindeleien und Statistiken.
Bei Statistiken ist das Problem, was man aussagen will. Dann
fängt man unten mit dem gewünschten Ergebnis an und rechnet sich langsam nach
oben, mit Variablen. Oder man fängt oben an und lässt sich überraschen, was unten
herauskommt.
Aber wir waren gerade bei Demokratie. Deutschland hat zwar
noch nicht so lange Demokratieerfahrung, erst seit 1848, aber viele krumme Sachen laufen hier
auch, wo Großbetrüger und Korruptionäre, sofern die Vergehen überhaupt verfolgt
werden, zu Haftstrafen verurteilt werden, die dann von den Gerichten zur Bewährung
ausgesetzt werden. Ich wünschte, das Ordnungsamt ließe sich bei meinen
Parkvergehen auch zu solchen Handlungen hinreißen.
Zu der obigen Gruppe muss auch ein Großteil der Vorstände
und Aufsichtsräte großer Unternehmen gezählt werden. Die für den Murks, den sie
verursachen, nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Im Gegenteil, sie werden
auch noch mit Bonifikationen bedacht.
Übrigens bei unseren Politikern ist das genauso. Sie werden
zwar vom Volk bezahlt und nicht einmal schlecht. Einige von ihnen arbeiten aber
nicht für das Volk, sondern pflegen Nebentätigkeiten, die zu viel Zeit in
Anspruch nehmen, für die sie eingentlich nicht vom Volk bezahlt werden.
Aber um auf Demokratie und Griechenland zurückzukommen, was
haben nun die Griechen, also das Volk davon? Nichts! Gar nichts! Es kommen
weniger Steuern ins Staatssäckel und den Rest muss das Volk aufbringen. Das
Volk, von dem eigentlich die Macht ausgehen sollte, ist wie so oft der Dumme,
oder das Dumme?
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