Gestern kam ein türkischer Taxifahrer auf der Galatabrücke, die beide Seiten von Istanbul verbindet, in einen Stau.
Ursache war das Taxi seines Sohnes. Sein Sohn, ein erwachsener Mann hing außen am Brückengeländer, bereit sich in die
kalten Fluten des Bosporus zu stürzen, um seinem verpfuschten Leben, wie er glaubte,
ein Ende zu bereiten.
Was muss in diesem Augenblick in dem Vater vorgegangen sein,
als er seinen Sohn in scheinbar auswegloser Situation vorfand.
Um es kurz zu machen, der Sohn wurde von Passanten, die das
Schauspiel mit ansehen mussten, gerettet. Sie hielten ihn an der Kleidung fest
und zogen ihm mit vereinten Kräften über das Geländer auf das rettende
Brückenpflaster. Vater und Sohn fielen sich in die Arme.
Hintergrund der Geschichte, die in unseren Tagen gar nicht
mal so selten vorkommt, waren Schulden, aus denen der Sohn nicht glaubte
herauszukommen.
Ist der Tod eine Lösung? Ich glaube nicht. Man muss sich den
Herausforderungen des Lebens stellen.
Das Leben ist wie eine Amplitude, eine Wellenlinie. Ist man
einmal unten im Wellental, wie der junge Mann und glaubt es ginge nicht mehr
aufwärts, man kann sicher sein es geht aufwärts!
Genauso ist es anders
herum, wenn man oben auf dem Wellenkamm
ist. Man kann sicher sein, irgendwann erwischt es einen und es geht abwärts. Wie
schnell und wie lange, das liegt an einem selber.
Ich wünsche allen einen frohen, dritten Advent.
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