Die Burschenschaften, einst Initiatoren und Katalysatoren
der Freiheitsbewegung in Deutschland sind dabei sich zu spalten, in
Deutsch-National und in gemäßigte Burschenschaften. Deutsch –National hat irgendwie
seit den Zeiten des Nationalsozialismus einen schalen Beigeschmack.
Die Anzeichen für die Trennung waren abzusehen, nachdem
einige Burschenschaften für ausländische und migrantische Studenten einen
sogenannten "Ariernachweis" verlangten.
Kommt das alles nicht bekannt vor? Hatten wir solche
Maßnahmen nicht erst? Das liegt gerade mal ein dreiviertel Jahrhundert zurück.
Burschenschaftler hatten immer den Beigeschmack der
Exoten, wenn sie ihre Feste, besser ihre Saufgelage organisierten, die
schlagenden Verbindungen, die stolz ihre Gesichtsverletzungen als Mutprobe
präsentierten oder allein durch ihr Auftreten mit den bunten Studentenmützen
und den Schärpen. Aber immer waren sie politisch aktiv.
Die Burschenschaften einst Garanten und Bewahrer der
Freiheit sind gerade dabei einen Rechtsruck zu machen, einen Ruck zurück in die
Vergangenheit, aber Gott sei Dank nicht alle.
Vergessen sind die Zeiten in denen die korporierten
Studenten als Freiwillige in den Freicorps gegen Napoleon kämpften, in der
Völkerschlacht bei Leipzig, vergessen auch die Zeiten des Wartburgfestes 1817, als alle einmütig des
Thesenanschlags Luthers in Wittenberg und des Sieges über Napoleon 1813 gedachten.
Vergessen auch das Hambacherfest und die Revolution 1848, an
denen Studenten beteiligt waren.
National zu denken ist in der heutigen Zeit vielleicht gar nicht
so schlecht, angesichts einer bevorstehenden Weltwirtschaftskrise.Die USA tun das, England tut das und Frankreich tut das.
Daran ist nichts Verwerfliches. Verwerflich sind nur die Handlungsweisen, die
den Rechten oder Rechtsextremisten zuspielen, ihnen Freiräume gewähren. Wir
müssen das im Auge behalten, nicht wie 1933.
Wir haben eine Verfassung, die es zu schützen gilt, vor
allen, die unseren freiheitlich demokratischen Rechtsstaat bedrohen.
Dieses bisschen Freiheit war das, wofür Studenten und
nicht nur Studenten ihr Leben gaben. Dieses bisschen Freiheit ist das, was es
zu bewahren gilt.
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