Dienstag, 27. November 2012

Was ist nur mit den Burschenschaften los?




Die Burschenschaften, einst Initiatoren und Katalysatoren der Freiheitsbewegung in Deutschland sind dabei sich zu spalten, in Deutsch-National und in gemäßigte Burschenschaften. Deutsch –National hat irgendwie seit den Zeiten des Nationalsozialismus einen schalen Beigeschmack.

Die Anzeichen für die Trennung waren abzusehen, nachdem einige Burschenschaften für ausländische und migrantische Studenten einen sogenannten "Ariernachweis" verlangten.
Kommt das alles nicht bekannt vor? Hatten wir solche Maßnahmen nicht erst? Das liegt gerade mal ein dreiviertel Jahrhundert zurück.
Burschenschaftler hatten immer den Beigeschmack der Exoten, wenn sie ihre Feste, besser ihre Saufgelage organisierten, die schlagenden Verbindungen, die stolz ihre Gesichtsverletzungen als Mutprobe präsentierten oder allein durch ihr Auftreten mit den bunten Studentenmützen und den Schärpen. Aber immer waren sie politisch aktiv.

Die Burschenschaften einst Garanten und Bewahrer der Freiheit sind gerade dabei einen Rechtsruck zu machen, einen Ruck zurück in die Vergangenheit, aber Gott sei Dank nicht alle.

Vergessen sind die Zeiten in denen die korporierten Studenten als Freiwillige in den Freicorps gegen Napoleon kämpften, in der Völkerschlacht bei Leipzig, vergessen auch die Zeiten  des Wartburgfestes 1817, als alle einmütig des Thesenanschlags Luthers in Wittenberg und des Sieges über Napoleon 1813  gedachten.

Vergessen auch das Hambacherfest und die Revolution 1848, an denen Studenten beteiligt waren.
National zu denken ist in der heutigen Zeit vielleicht gar nicht so schlecht, angesichts einer bevorstehenden Weltwirtschaftskrise.Die USA tun das, England tut das und Frankreich tut das. Daran ist nichts Verwerfliches. Verwerflich sind nur die Handlungsweisen, die den Rechten oder Rechtsextremisten zuspielen, ihnen Freiräume gewähren. Wir müssen das im Auge behalten, nicht wie 1933.

Wir haben eine Verfassung, die es zu schützen gilt, vor allen, die unseren freiheitlich demokratischen Rechtsstaat bedrohen.
Dieses bisschen Freiheit war das, wofür Studenten und nicht nur Studenten ihr Leben gaben. Dieses bisschen Freiheit ist das, was es zu bewahren gilt.

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